Eine Reise um die Welt: Die zweite Germersheimer Exchange Fair

Am 9. November 2018 fand zum zweiten Mal die Germersheimer Exchange Fair statt, eine Infomesse, bei der Studierende des FTSK sich aus erster Hand über Austauschmöglichkeiten und Partneruniversitäten informieren konnten. Eingeladen wurde dieses Jahr unter dem Motto „X-change your life!“. Es ist ein Motto, das verdeutlicht, wie nachhaltig sich ein Auslandsaufenthalt auf das eigene Leben auswirkt. Ein Auslandsaufenthalt bedeutet aber auch einen Austausch über das Leben – einen Austausch von Sprachen, Kulturen, Lebensweisen und Meinungen. Diesen Gewinn an Erfahrungen können Studierende nicht ohne Weiteres machen, wenn sie für die gesamte Zeit ihres Studiums an der Heimatuniversität bleiben. Dabei stellt doch gerade der Kulturaustausch einen zentralen Aspekt der Studiengänge des FTSK dar. Die diesjährige Exchange Fair sollte den Studierenden daher als erste Inspirationsquelle dienen und ihnen zeigen, was im Rahmen eines Auslandsaufenthaltes möglich ist.

Durchgeführt wurde die Exchange Fair vom Akademischen Auslandsamt mit Unterstützung von AStA, StuPa und knapp 40 weiteren Helfern aus der Studierendenschaft. Die Gruppe der Helfer bestand aus momentanen Austauschstudierenden am FTSK und aus Regelstudierenden, die bereits Austauscherfahrungen an einer der etwa 100 Partneruniversitäten weltweit gesammelt hatten. Besser als jeder andere waren diese Helfer geeignet, ihren interessierten Kommilitoninnen und Kommilitonen von Land und Leuten, Studium und Leben an den vielen Partneruniversitäten zu erzählen.

Im mit Flaggen der verschiedenen Länder geschmückten Audimax waren entlang der Wände Stände aufgebaut worden. Kürbisse und bunte Blätter sorgten für eine gemütliche, herbstliche Atmosphäre. Nach Ländern verteilt saßen an den Ständen die Helfer und unterhielten sich mit Interessierten, zeigten ihnen Infomaterialen und Fotos von Partneruniversitäten und Städten, berichteten von eigenen Erfahrungen und gaben Tipps zur weiteren Planung eines Auslandsaufenthaltes. Es gab zudem einen Stand, an dem über die Möglichkeiten eines Auslandspraktikums informiert wurde. Natürlich waren auch die Vertreter des Akademischen Auslandsamtes vor Ort und beantworteten hilfsbereit alle Fragen. Ein Stand von AStA und StuPa gab Glühwein, Martinsgänse und Kuchen aus. Insgesamt war die Veranstaltung gut besucht, sodass sich die Studierenden immer wieder entlang der Stände reihten, wo sie sich informierten, Kontakte knüpften und Ideen austauschten. 

Da die Zahlen der Outgoings des FTSK in den letzten Jahren etwas nachließen, war es laut Dr. Torsten Dörflinger vom Akademischen Auslandsamt ein erklärtes Ziel der Exchange Fair, diesen Trend aufzuhalten. Sie sollte den Studierenden nicht nur zeigen, welche Bereicherung ein Auslandsaufenthalt darstellt, sondern auch verdeutlichen, dass ein Auslandsaufenthalt keinen Zeitverlust im Studium bedeuten muss und dass viele Möglichkeiten finanzieller Unterstützung bestehen, von der Förderung durch Programme wie ERASMUS bis zum AuslandsBAföG. Ausgehend von der Zahl der Besucher dieser Exchange Fair kann man sicher positiv gestimmt sein, dass in Zukunft wieder mehr Studierende die Chance auf einen Auslandsaufenthalt nutzen. Wir hoffen, dass nun bei vielen die Neugier geweckt wurde und sie bald ihr eigenes Abenteuer „Austausch“ beginnen können.

Andrea

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Alles was man wissen sollte: Ein Auslandssemester in Mexiko

Für mich ging es am 23. Juli nach Mexiko für ein Auslandssemester. Ein kleines Experiment, wie man es nennen könnte, da noch nie ein/e Student/in aus Germersheim an der Universidad Autonoma „Benito Juarez“ de Oaxaca ein Semester verbracht hat. Ich war auf vieles vorbereitet, aber vieles hat mich auch einfach unerwartet erwischt. 

Mit dem Flieger ging es zunächst nach Mexiko-Stadt, da es von Deutschland aus keine Direktflüge nach Oaxaca gibt. Wen Mexiko-Stadt nicht reizt, sollte allerdings nach Cancún fliegen, da die Flüge um einiges günstiger sind und man von dort aus mit dem Bus nach Oaxaca fahren kann. Auf diesem Weg kann man sich einiges vom Land anschauen, da die Fahrt um die 30 h dauert und man sie daher besser in Etappen begeht. Mich hat es allerdings eher nach Mexiko-Stadt gezogen. Ziemlich im Landesinneren gelegen herrscht im Sommer ein drückendes, warmes Klima. Allerdings muss man vor allem in den Sommermonaten am Abend mit plötzlichem Starkregen rechnen. Darauf war ich zum Beispiel nicht vorbereitet und bin das ein ums andere Mal komplett durchnässt im Hostel angekommen. Aber neben Sonne und Regen hat Mexiko-Stadt eine ganze Menge zu bieten. Wenn ihr jemanden kennt, der in der Stadt lebt, mobilisiert diesen, damit er euch die Stadt zeigt. So habe ich es gemacht die ersten paar Tage. Wenn man das ruhige Germersheimer Leben gewohnt ist, kann eine mexikanische Großstadt ganz schön überfordern. Die Straßen sind verstopft von Autos, überall möchte einem jemand was verkaufen, gestresste Leute und neugierige Touristen laufen durch die Straßen. Um sich einen kleinen Überblick zu verschaffen, kann man für wenig Geld einen Tag damit verbringen, mit den altbekannten Tourismusbussen durch die Stadt zu fahren. Es gibt drei Routen, die alles abfahren, was man gesehen haben sollte. Ansonsten sollte man bei den Öffentlichen Verkehrsmitteln immer ein bisschen Vorsicht bewahren. Auf keinen Fall sollte man ein Taxi heranwinken und die U-Bahn ist als europäischer Tourist auch kein empfehlenswertes Fortbewegungsmittel. Am besten ruft man sich ein Uber. Die App ist kostenlos und man bestellt sich das Uber dahin wo man möchte. So geht man einem Diebstahl oder anderen gruseligen Begegnungen weitestgehend aus dem Weg. Von einem Freund, der leider weniger gute Erfahrungen gemacht hat, habe ich mir auch sagen lassen, nie mein Handy oder das Portmonee in die Hosentasche zu stecken. Einmal unaufmerksam und schon ist man sein geliebtes Accessoire los. Also am besten einen kleinen Rucksack oder eine Bauchtasche benutzen. Pass, Kreditkarte und weiteres sollte am besten sowieso im Hotel oder Hostel bleiben. Einfach immer genug Bargeld mitnehmen. Alles in allem sollte man sich aber nicht unsicher fühlen. Solange man sich nicht abseits der Touristenpfade bewegt, wird man in der Regel nicht Zeuge eines blutigen Mordes, wie aus einem der blutigen Drogenstreifen aus dem Fernsehen. 

Mein absoluter Lieblingsort in Mexiko-Stadt ist definitiv der Bosque de Chapultepec. Ein riesiger Stadtpark mitten in dem ganzen Chaos. Es gibt dort einen großen See, auf dem man Tretboot fahren kann – allerdings nur mit Schwimmweste, da tatsächlich die meisten Mexikaner nicht schwimmen können. Auch viele der Museen befinden sich im Park. Das Museo de la Antropología ist eines der größten und wichtiges Museen der Stadt. Alles was man über die indigenen Kulturen Mexikos und die Zeit vor der Kolonialisierung wissen sollte findet man hier. Auch das Schloss im Park ist ein Museum. Auf einem Hügel gelegen hat man von hier außerdem einen wunderschönen Blick auf den Paseo de la Reforma, eine der berühmtesten Straßen in Mexiko-Stadt. Weitere Highlights sind der Angel de la Independencia, der eine Kopie der Siegessäule in Berlin ist, das Haus von Frida Kahlo, eine der berühmtesten Künstlerinnen Mexikos, und das Stadtviertel Condes. Eines der schönsten und teuersten der Stadt. 

Aber nicht nur die Stadt hat ihre Sehenswürdigkeiten. Außerhalb gelegen und ungefähr in einer Stunde zu erreichen liegen die Pyramiden von Teotihuacan. Die alte Mayastätte ist ziemlich gut erhalten und neben den zwei Pyramiden kann man auch einige der Häuser und andere Gebäude betrachten. Die zwei großen Tempel sind der Sonne und dem Mond gewidmet. Man kann beide Pyramiden fast bis auf die Spitze erklimmen und hat einen netten Blick über das Gelände. Ihr solltet auf jeden Fall einen Hut oder ähnliches mitnehmen, da es dort keinen Schatten gibt, aber eine ziemliche Hitze wütet. Wie bei den meisten Attraktionen muss man einen kleinen Eintritt bezahlen, der es aber wert ist gezahlt zu werden. 

Ein kleiner Fun-Fakt über Mexiko-Stadt ist, dass die komplette Stadt auf einem See gebaut wurde. Eine Legende besagt, dass die Einheimischen einen Adler auf einem Kaktus gesehen haben, der eine Schlange frisst. Dies deuteten sie als Zeichen der Götter und erbauten ihre Stadt an dieser Stelle. Direkt auf einer Insel in einem See. Mit der Zeit trocknete der See aus und die Stadt wuchs bis heute. Nun steht die Regierung vor dem Problem, dass die Stadt absackt. Tagsüber ist dies nicht ganz so gut zu sehen, stellt man sich allerdings nachts oder im Dunkeln vor die beleuchtete Kathedrale, erkennt man dank des Schattenspiels, dass der eine Turm nach links und der andere nach rechts absackt. Dies ist bei vielen Gebäuden im Zentrum so und gar nicht mal so ungefährlich. Allerdings lässt sich die mexikanische Regierung davon nicht abschrecken und baute kurzerhand auch noch einen neuen Flughafen. Direkt neben dem alten, der ziemlich modern und groß ist. Ein neues Terminal wäre ja zu umständlich gewesen. Das Problem ist allerdings, dass der Flughafen vermutlich niemals genutzt werden kann, da er nach jedem Regen eher an einen Hafen für U-Boote erinnert.

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Heimkehrerblues: Die Herausforderung, sich nach einem Auslandsaufenthalt wieder in seinem Land zurechtzufinden und einzugewöhnen

So mancher Studierende kommt nun in den nächsten Wochen frisch aus dem Auslandssemester zurück, eigentlich voller Vorfreude, endlich die Heimat wieder zu sehen, wo Freunde und Familie sehnsüchtig den Weltenbummler mit all seinen in dieser Zeit gesammelten Geschichten und Erfahrungen erwarten - und fällt dann in ein tiefes Loch. Doch dieses Problem haben viele Heimkehrer.

Unsere Autorin hat sich mit diesem Thema für ihre Bachelorarbeit näher auseinander gesetzt...


Es ist ein unterschätztes Thema, das von der Gesellschaft oftmals abgetan oder nicht beachtet wird, im Inneren der Menschen jedoch brodeln kann. So mancher fragt sich nach dem Auslandsaufenthalt: „Warum geht es mir so komisch?“

 

Die schwere Form wird in der Forschung der interkulturellen Kommunikation/Psychologie auch Heimkehrerschock genannt, im Studentenmund teils auch Post-Erasmus-Syndrom oder-Syndrom.

 

Es lässt sich nicht verleugnen, dass Länder und Kulturen sich stark voneinander unterscheiden können. Für den einen bedeutet dieser Fakt in manchen Situationen Überwindung, für den anderen ein Abenteuer im positiven Sinne. Hat eine Person sich erst einmal auf die Faszination eines anderen Landes und dessen Kultur eingelassen, kann sie sich regelrecht in sie verlieben und sie und die ihr zugehörigen Menschen ins Herz schließen. Umso schwieriger kann sich nach einem längeren Aufenthalt die Heimkehr gestalten. Ein neu-trautes Heim und Freunde werden verlassen und man versucht, wieder in den Alltag im Heimatland zurückzufinden.

 

Dabei berichten viele, dass sie in ihr Heimatland zurückkamen und dabei einerseits begeistert davon waren, sich persönlich weiterentwickelt und die Welt auf eine neue Art und Weise erlebt zu haben. Andererseits freuten sie sich auf die altbekannten Plätze und Gesichter, erlebten nach einer kurzen Weile jedoch Ernüchterung.

 

Durch die Anpassung an eine andere Kultur hinterfragte man nun die eigene und empfand manche Aspekte plötzlich als befremdlich oder unangenehm – oder es herrschte plötzlich Unsicherheit im Umgang mit anderen; schon in alltäglichen Kommunikationssituationen, wenn die Frage aufkam wie man sich begrüßte. Manche alltäglichen Momente wurden beinahe als stressig empfunden.

 

Einige Heimkehrer fühlten sich außerdem nicht verstanden, weil sie ihre Erfahrungen nicht mit Jedermann oder -frau teilen konnten. Allein der sprachliche Zuwachs blieb im eigenen Land oft auf der Strecke.

 

Hinzu kam bei vielen der Drang, immer wieder Neues erleben zu wollen. Besonders bei Menschen, die lange Zeit in einer Ausgehkultur oder in einem Land mit vielen Ausflugszielen verbracht hatten, fühlten sich teilweise, als fiele ihnen nun die Decke auf den Kopf.

 

Es wird ersichtlich, dass Menschen stark auf Veränderungen des Ortes, aber auch besonders auf andersartige Kultur- und Lebensstandards reagieren können. Oft werden der psychische und physische Aspekt dabei außer Acht gelassen. Die Umstellung braucht demnach etwas Zeit und Geduld, zum Beispiel was andere Tagesabläufe, Essgewohnheiten, aber auch Denkweisen, innere Einstellungen, Erwartungshaltungen und Gesprächsthemen angeht. Man sollte auch nicht vergessen, dass Psyche und Körper eng miteinander verbunden sind. Genau wie es bei Trauer, aber auch bei Freude der Fall ist.

 

Natürlich reagiert jeder Mensch anders, doch aus eigenen Erfahrungen hat sich herauskristallisiert, dass es in den hier geschilderten Fällen schon geholfen hat, sich mit Menschen in ähnlichen Situationen auszutauschen, um zu wissen, dass man kein Einzelfall ist. Man sollte sich vor allem, auch wenn es bei dem ein oder anderen Menschen schnell dazu kommen kann, nicht von den Mitmenschen isolieren. Kontakte zu pflegen und Unternehmungen zu machen, ist ein guter Schritt, sich einerseits wieder mit der neuen alten Umgebung vertraut zu machen und sie zu genießen und sich andererseits von trüben Gedanken abzulenken. Bewegung an der frischen Luft und vor allem an der Sonne kann ebenso Wunder bewirken. Außerdem fokussiert man sich somit mehr auf das Positive und erlebt wieder Auftrieb und Motivation.

 

Um den Bezug zur erlernten Sprache und den Mitgliedern dieser Gemeinschaft nicht zu verlieren, kann natürlich der Kontakt zu den im Ausland gewonnenen Freunde in Maßen beibehalten werden. Doch im Inland bieten sich Sprachtandems vor allem an einem internationalen Campus sehr gut an. Man unterhält sich in seiner Fremd- und Muttersprache, fördert den interkulturellen Austausch und gewinnt in den meisten Fällen Freunde. Zudem kann man mit einem großen Schatz an positiven sowie negativen Erfahrungen, anderen Personen in ähnlichen Situationen gut weiterhelfen und sie beraten. Dafür können auch Buddy-Projekte sehr hilfreich sein, wenn die Teilnehmer sich darauf einlassen und sie nutzen.

 

Irgendwann gelangte auch ich an den Punkt, an dem ich mich wieder an die deutsche Kultur gewöhnte – allerdings trage ich trotzdem Teile einer anderen in mir und sehe sie als eine Art positive Erweiterung. Zum Beispiel störte mich die allgemein eher negative Haltung, die für mich in Deutschland vorzuherrschen scheint (der negative Touch, was Gesprächsthemen angeht) und die oftmals fehlende, aber nötige Gelassenheit. Dafür bietet Deutschland eine manchmal zu genaue, aber deshalb verlässliche Bürokratie, ein gutes Bildungssystem und unter dem Schnitt viele Zukunftsperspektiven. Die Menschen erscheinen anfangs reservierter, doch man findet treue Freunde für das ganze Leben.

 

Hin und wieder denkt man nostalgisch an die Zeit und die Liebsten im Ausland zurück. Doch man ist sich der Vorteile des Heimatlandes und der Liebenswürdigkeit der Familie und Freunde wieder stärker bewusst geworden, genießt diese und ist wieder rundum glücklich. Außerdem nimmt man als Konsequenz der gemachten Erfahrungen wahr: Da man bereits einige Herausforderungen meistern konnte, fallen neue auch leichter. Zum Beispiel, auf unbekannte Menschen zuzugehen, den nächsten Aufenthalt zu planen oder einen neuen Job anzunehmen.

 

Ich kann hiermit also sagen: die Umstellung ist möglich. Es ist alles eine Frage der Zeit und Perspektive.

 

Alexandra Bartelt


Die hier geschilderten Sachverhalte basieren größtenteils auf eigenen Erfahrungen und Gesprächen.

Weitere Ausführungen dazu befinden sich in zahlreichen Blogs oder YouTube-Videos, wie zum Beispiel in folgenden:

 

http://www.cafebabel.de/eurogeneration/artikel/die-post-erasmus-depression-wer-sie-kennt-wird-sie-zu-vermeiden-wissen.html

 

http://www.josenavarronyc.com/2011/06/post-erasmus-syndrome.html

http://exchangeyourlife.org/8-things-pass-post-erasmus-depression/

 

YouTube: NACH 1 JAHR USA nach HAUSE KOMMEN - So ist es wirklich.. #KaTeaTime http://tinyurl.com/z583ptv

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Über den Zusammenhang von Musikalität und Sprachbegabung - Oder: Warum sind eigentlich so viele Germersheimer so unglaublich musikalisch?

„Musik allein ist die Weltsprache und braucht nicht übersetzt zu werden.“

(Berthold Auerbach)

 

Schon der Schriftsteller und Humanist Berthold Auerbach verstand es trefflich, die Bedeutung von Musik für den Menschen in nur einem Satz zusammenzufassen: Musik ist international, interkulturell, allseits verständlich und gehört, so wie Sprache auch, zum menschlichen Lebensumfeld. Und deshalb verwundert es kaum, dass es einem leidenschaftlichen Hobbymusiker wie mir beim musikalischen Aufgebot des FTSK fast schon die Sprache verschlägt.

Nicht nur, dass hier unzählige Sprachen und Kulturen aufeinander treffen, nein, auch erscheint der FTSK auf den ersten Blick unwahrscheinlich musikalisch: Neben einigen Bands wie etwa The One Day Fly oder The Fortunate Fools (nun unter dem Namen Pluto Rising auf den Brettern, die die Welt bedeuten, unterwegs), der Irish-Folk-Combo und einigen begeisterten Hobby-DJs, die es regelmäßig wieder zum Auflegen auf den Campus verschlägt, wartet der Germersheimer Campus außerdem sowohl mit einem Unichor (in diesem Winter pausierend) als auch der noch relativ jungen Musikgemeinschaft auf. Dazu gesellen sich Events wie der Karaokeabend vom 18.12.2016, die monatlichen Jam Sessions im Allegro, zu denen jeder leidenschaftliche Musiker herzlich eingeladen ist, sowie die in diesem Wintersemester von Marcus Wiedmann und Stefan Feihl ins Leben gerufene Vortragsreihe “Musik und Bier”, die alle zwei Wochen in der Musikkneipe Amadeus stattfindet und voraussichtlich auch im kommenden Sommersemester fortgeführt wird. Und wer sich sonst auf dem Campus umhört, findet innerhalb kürzester Zeit unzählige musikalische Studenten. Interviews zufolge sollen auch die EU-Dolmetscher besonders musikalisch sein. Dem aufmerksamen Beobachter (oder zumindest unserer Redaktion vom 06|kurier) stellt sich also zwangsläufig die Frage: Gehen Sprachbegabung und Musikalität grundsätzlich miteinander einher?

 

Fest steht, dass bereits in der Antike ein Bildungskanon entstand, der sowohl Sprache als auch Musik integrierte: die septem artes liberales. Das durch diesen Kanon angestrebte Ziel war die Schaffung einer grundlegenden kulturellen Basis in der Gesellschaft. Darüber hinaus erhoffte man sich, die Natur für den Menschen fügsam zu machen sowie eine innere Ordnung zwischen dem Denken und Wollen des Menschen zu erzielen. Die septem artes liberales gliedern sich schließlich auf in das eher sprachlich orientierte Trivium, also den „Dreiweg”, der aus Grammatik, Rhetorik und Dialektik besteht, und in das Cuadrivium, den „Vierweg”, dessen Gemeinsamkeit in dem Erreichen von Harmonie besteht und der die Bereiche der Arithmetik, Geometrie, Astronomie und der Musik umfasst. Beides gehörte also bereits in der Antike zu den Grundkompetenzen eines gebildeten Menschen. Seinen Weg in die Gesellschaft fand dieser Bildungskanon schließlich in der Karolingischen Renaissance; es war Alkuin von York, der die Bildungsreform nach englischem Vorbild umsetzte. Sprachwissenschaftler sehen in dieser Bildungsreform den Beginn der translatio studii in Europa.

 

Darüber hinaus wurden Dichter damals als „Sänger” bezeichnet, im keltischen Kulturkreis auch “Barde” (altkeltisch Bardos) genannt, was ebenfalls für eine enge Verbindung beider Künste spricht. Dies liegt nicht zuletzt auch an der Art, wie die Sänger ihre Verse vortrugen. Kein Wunder, geht doch auch der Begriff der Lyrik auf lat. lyricus, eigentlich ‛zum Spiel der Lyra gehörig’, (aus gr. lyrikós, zu gr. lýra ‛Leier’) zurück. Einer der berühmtesten Lyriker der Antike war Pindar, ein Auftragsdichter, der auch das griechische Wort mousiké (altgr. ‘Musenkunst, Musik’) prägte und damit die Dreieinigkeit von Sprache, Musik und Tanz bezeichnete. Sowohl Homers Ilias und die Odyssee als auch Vergils Aeneis sind in Gesänge statt Bücher eingeteilt, und selbst Goethes Drama Faust wird in der einleitenden Zueignung als „Gesang” bzw. „Lied” bezeichnet:

 

„Sie hören nicht die folgenden Gesänge,

Die Seelen, denen ich die ersten sang;

Zerstoben ist das freundliche Gedränge,

Verklungen, ach! der erste Widerklang.

Mein Lied ertönt der unbekannten Menge,

Ihr Beifall selbst macht meinem Herzen bang,

Und was sich sonst an meinem Lied erfreuet,

Wenn es noch lebt, irrt in der Welt zerstreuet.”

(Goethe: Faust. Der Tragödie Erster Teil.)

 

Musik und Dichtung, und somit auch (gesprochene) Sprache, sind folglich seit jeher eng miteinander verbunden. Das sei auch wenig verwunderlich, da beides vereinfacht ausgedrückt ähnliche anatomische und kognitive Grundvoraussetzungen erfordere, erklärt Dr. Mathias Scharinger vom Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik in Frankfurt am Main. „Für beides brauchen Sie einerseits ein gutes Gehör, und andererseits eine optimale Verarbeitung der Hörreize in den entsprechenden kortikalen Regionen im Gehirn. Wenn man Musikalität und Sprachbegabung also so auffasst, dass man die akustischen Reize gut hört und gut verarbeiten kann, dann zeigt sich ganz deutlich ein enger Zusammenhang zwischen den beiden Bereichen”, sagt Scharinger. Dieser Zusammenhang werde auch schon bei der Terminologie in beiden Fachgebieten deutlich: Sowohl in der Sprache als auch in der Musik verwendet man beispielsweise den Begriff der Prosodie, der lautlichen Struktur eines Liedes oder eines gesprochenen Satzes. In der Neurowissenschaft sind sich die Forscher allerdings hinsichtlich der genauen Beziehung zwischen Sprache und Musik noch uneins.

 

Das menschliche Gehirn lässt sich zunächst in zwei Hemisphären einteilen: Während die linke Gehirnhälfte hauptsächlich für Sprache zuständig ist, beschäftigt sich die rechte Gehirnhälfte eher mit abstrakten Denkprozessen wie etwa dem räumlichen Denken. Beide Gehirnhälften sind miteinander durch den Corpus Callosum, auch Balken genannt, verbunden, der die Kooperation und den Informationsaustausch zwischen den beiden Hemisphären gewährleistet. Darüber hinaus lässt sich jede Hemisphäre in vier Lappen einteilen, die für verschiedene kognitive Prozesse zuständig sind: Während der Frontallappen, der an der Stirn liegt, die menschliche Motorik steuert, beschäftigt sich der Parietallappen, der etwa am Scheitel liegt, mit unseren sensorischen Fähigkeiten. Der Temporallappen, lateral an den Schläfen liegend, verarbeitet vor allem akustische Reize und der Okzipitallappen, der am Hinterkopf liegt, ist für das Sehvermögen zuständig. Die beiden wichtigsten Bereiche des menschlichen Sprachverstehens und der -produktion jedoch sind das das Wernicke- und das Broca-Areal, die beide in der linken Hemisphäre liegen. Das Wernicke-Areal zählt hierbei zum primären auditiven Cortex, dem die Wahrnehmung gesprochener Sprache unterliegt. Musik dagegen wird verstärkt im sekundären auditiven Cortex in der rechten Hemisphäre verarbeitet, was für einige Forscher wiederum eher gegen eine gemeinsame Verarbeitung im Gehirn spricht. Anzumerken ist aber natürlich, dass es sich hierbei nur um Tendenzen handelt – so zeigen fMRT-Aufnahmen sowohl beim Hören als auch bei der Produktion von Musik und Sprache Aktivierungsmuster in beiden Hemisphären, was somit bei beiden Prozessen für die Einbeziehung von Gehirnarealen im gesamten Cerebrum spricht.

 

Generell ließen einige Studien darauf schließen, dass das Broca-Areal jedoch sowohl die Verarbeitung sprachlicher als auch musikalischer Syntax unterstütze, so Scharinger. Aus diesen Studien gehe auch hervor, dass im Gehirn Bereiche existieren, die sowohl auf Sprache als auch auf Musik gleichermaßen reagieren und somit als „Brücke” dienen könnten (beispielsweise die Gehirnareale, die für Kreativität zuständig sind). Entscheidend sei bei einer näheren Betrachtung der Thematik allerdings in erster Linie, ob von Sprach- und Musikproduktion oder -perzeption die Rede ist und von welcher Verarbeitungsebene man letztlich ausgehe. Hinsichtlich der tatsächlichen Korrelation von Sprachbegabung und Musikalität kann daher keine allgemeingültige Aussage getroffen werden; die oben erwähnten Studien lassen jedoch darauf schließen, „dass ein musikalischer Mensch wahrscheinlich auch ein besseres Sprachgefühl hat, und umgekehrt. Nehmen Sie die Studie zum Broca-Areal: Das ist ein Indiz, dass es dabei nicht nur ums gute Hören geht, sondern auch darum, wie man die gehörte Information integriert und interpretiert.” So konnte bei Untersuchungen beispielsweise festgestellt werden, dass Musiker nicht nur über vergrößerte Hör- und Bewegungszentren verfügen (welche Gehirnareale stärker ausgeprägt sind, ist allerdings u.a. abhängig von der Art des Instruments), sondern auch die Koordinationszentren im Kleinhirn und überraschenderweise auch das Broca-Areal deutlich stärker ausgeprägt sind als bei Nicht-Musikern. Zudem schneiden Musiker bei Aufgaben zur Sprachperzeption scheinbar besser ab als Nicht-Musiker. Neueste Studien führen dies jedoch in erster Linie auf allgemein ausgeprägtere kognitive Fähigkeiten zurück wie etwa einer besseren Verarbeitung von akustischen Reizen, höherer selektiver Aufmerksamkeit und größeren Kapazitäten im Arbeitsgedächtnis, vornehmlich im auditorischen Bereich. Ursache hierfür wäre also nicht unbedingt eine gegenseitige Beeinflussung von Musikalität und Sprachbegabung, sondern schlicht eine bessere Ausprägung gewisser Gehirnareale, die allgemein eine bessere Wahrnehmung von Sprache und Musik bedingen. Diverse Studien belegen zudem, dass sich Musikalität positiv auf den Erfolg beim Spracherwerb auswirkt.

 

„Im Hinblick auf die Studien, die überlappende Gehirnregionen für Sprache und Musik nahelegen, kann man natürlich argumentieren, dass das Training in einer Modalität (Musik) auch die Kompetenz in der anderen Modalität (Sprache) begünstigt”, gibt Scharinger zu bedenken, der nicht nur sieben Sprachen spricht, sondern selbst lange Zeit Flöte und Klavier gespielt hat, aktiv singt und sich allgemein sehr für Musik begeistert. Als Beispiel führt er das „absolute Gehör“ an, also die Fähigkeit, einen musikalischen Ton direkt und ohne Referenz zu klassifizieren. Amerikanischen Studien zufolge ist das absolute Gehör umso ausgeprägter, je früher mit der musikalischen Ausbildung begonnen wurde. Allerdings hat man auch festgestellt, dass sich das absolute Gehör ebenso über die Spracherfahrung modulieren lässt: „So zeigten chinesische Studenten, in deren Sprache absolute Tonhöhenunterschiede Bedeutungsunterschiede kodieren, eine höhere Wahrscheinlichkeit für ein absolutes Gehör, bei gleichem Anfang ihres musikalischen Trainings“, ergänzt er. Wer ein gutes Gehör hat, muss aber noch lange kein akzentfreier Sprecher sein, denn einen Akzent herauszuhören heißt noch lange nicht, diesen auch bei sich selbst zu hören. „Allerdings kann das gute Hören eine Voraussetzung für ein strategischeres Lernen sein”, wirft Scharinger ein.

 

Apropos Lernen: Studien haben bewiesen, dass leises Gerede im Hintergrund während einer Konzentrationsphase (z.B. beim Lernen oder beim Dolmetschen) deutlich mehr stört als beispielsweise Musik oder weißes Rauschen. Diese auftretende Interferenz wird als „informational masking“, also Maskierung durch Geräusche, denen der Mensch Bedeutung beimisst, bezeichnet. Dadurch, dass Sprache die menschliche Aufmerksamkeit auf sich zieht, lenkt sie von der eigentlichen Aufgabe ab. „Musik dagegen sollte weniger stören, aber nur, wenn sie ohne Gesang ist. Die Interferenz spricht also nicht ganz gegen die Verbindung von Sprache und Musik, weist aber sicherlich auf einen der Hauptunterschiede hin, nämlich den der Semantik. Die Beziehung von akustischem Signal und Bedeutung ist in der Musik definitiv anders als in der Sprache”, stellt er abschließend fest.

 

Zusammenfassend ist also festzuhalten, dass von einer eindeutigen Korrelation zwischen Musikalität und Sprachbegabung im Sinne von gemeinsamer Verarbeitung in gemeinsamen Hirnarealen nach derzeitigem Forschungsstand noch nicht grundsätzlich auszugehen ist. Vielmehr scheint das genaue Ausmaß dieser Verbindung zwischen diesen beiden Elementen noch nicht ausreichend erforscht und somit wissenschaftlich erwiesen zu sein; es bedarf weiterer und tiefergehender Untersuchungen. Dennoch ist ein gegenseitiges Wechselwirken nicht von der Hand zu weisen. Bei aller Theorie steht allerdings auch fest, dass Musik vor allem das menschliche Belohnungssystem anspricht und der Körper unzählige Glückshormone ausschüttet – und das ist doch das, was wirklich zählt. Denn wie wir alle wissen:

 

„Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum.”

(Friedrich Wilhelm Nietzsche)

 

 

Katja Schröter


- Artikel aus dem 06|kurier vom WiSe 2016/17 -

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Verzweifelt gesucht: Zukunftsstrategie für unseren Fachbereich

 

Vor nicht allzu langer Zeit erschien an dieser Stelle ein Satireartikel mit dem Titel „Quo vadis, FTSK?“, der noch ohne konkreten Anlass darüber witzelte, welche Wege unser Fachbereich wohl künftig einschlagen werde und ob angesichts knapper Kassen nicht beispielsweise die Namensrechte des AudiMax künftig an den gleichnamigen Autohersteller gewinnbringend abgetreten werden könnten.

 

Dass der Spaß meist dann aufhört, wenn Satire von der Realität eingeholt wird, ist seit mehreren Monaten an unserem Fachbereich zu spüren. Denn tatsächlich stellt sich momentan ganz nüchtern die Frage: Wo möchte Germersheim inhaltlich hin, wie macht sich der Fachbereich zukunftsfest und wo sieht er sich zum Beispiel in zehn Jahren? Weitere Fragen schließen sich daran an: Ist das hiesige Lehrangebot noch adäquat für Berufsfelder und Berufsbilder im 21. Jahrhundert? Ist Germersheim – auf ganz verschiedenen Ebenen – noch auf der Höhe der Zeit? Und falls nicht: Welche Konsequenzen würde dies nach sich ziehen?

 

Zukunftsstrategie: eine einzige Baustelle
Zukunftsstrategie: eine einzige Baustelle

Spätestens jetzt sollte allen Lesern klar geworden sein, dass dieser Text wenig mit Ironie und sehr viel mit der ernsthaften Frage zu tun hat, mit welcher Strategie Germersheim sich künftig aufstellen möchte.

Um die Zukunft skizzieren zu können, ist manchmal ein Blick in die Vergangenheit hilfreich. Diese Vergangenheit trägt ein Datum, nämlich den 17. November 2008. „Zweitausendundacht?“, werden sich nun einige Leser fragen: „Das ist aber lange her!“ An besagtem Novembertag trat die sogenannte „Zielvereinbarung zwischen der JGU Mainz und dem FASK Germersheim“ – man beachte den damaligen Namen des Fachbereichs – in Kraft. Dieses dreizehnseitige Dokument ging aus einem längeren Evaluationsprozess hervor, in dem Vorzüge und Defizite des Fachbereichs schonungslos offengelegt worden waren. Daraufhin wurde die genannte Vereinbarung geschlossen, die auch als eine Art Vertrag zwischen Germersheim und der JGU gesehen werden kann: Germersheim verpflichtete sich darin zu zahlreichen Neuerungen, Mainz wollte diesen Prozess fördernd begleiten.

 

Diese Zielvereinbarung läuft nun nach fast zehn Jahren aus – und der Fachbereich ist aufgefordert, eine neuerliche Vereinbarung zu entwickeln. Was sich auf den ersten Blick nach einem Kinderspiel anhört – wie schwer kann es schon sein, angesichts der geballten Schreibkompetenz vor Ort ein gutes Dutzend Seiten zu füllen? –, erweist sich von Monat zu Monat immer mehr als Herkulesaufgabe. Denn das Abfassen eines solchen Textes setzt voraus, dass die handelnden Personen – in erster Linie der Fachbereichsrat (FBR) samt der dort vertretenen professoralen Mehrheit – auch wissen, was drinstehen soll. Oder anders formuliert: Eine Zukunftsstrategie lässt sich nur dann entwickeln, wenn man weiß, in welche Zukunft man eigentlich aufbrechen möchte.

 

Es sei schon an dieser Stelle festgehalten, dass wir niemandem absprechen möchten, eine solche Zukunftsvorstellung für den Fachbereich zu haben. Dennoch entsteht momentan der Eindruck, dass die individuellen Visionen bereits innerhalb des Fachbereichs stark divergieren und dadurch immer unklarer wird, welchen Weg Germersheim künftig einschlagen soll. Wer an den letzten FBR-Sitzungen teilgenommen hat, wird hierfür Beispiele zuhauf finden: Wortgefechte samt persönlicher Verletzungen, Rücktritte von Ämtern, die Vertagung wichtiger Tagesordnungspunkte oder die Forderung nach externer Moderation des Strategieprozesses – die wiederum vehement abgelehnt wurde – zeigen, wie sehr um diese Thematik gerungen wird. Und die Tatsache, dass seit dem Sommer 2015, als dieses Thema zum ersten Mal auf der Tagesordnung des FBR stand, über die Strukturplanung am Fachbereich diskutiert wird, lässt einerseits zwar die Vermutung zu, dass man besonders sorgfältig vorgehen möchte, lädt andererseits aber auch zu der Interpretation ein, dass es nicht so richtig vorangeht. Konkrete Pläne oder wenigstens Einigkeit über eine Art Leitbild des Fachbereichs: bis heute Fehlanzeige!

 

Vielleicht sollte man sich in der Tat zunächst einmal vor Augen führen, was unseren Campus so einzigartig macht und weshalb es knapp 1.800 Studenten aus 80 verschiedenen Ländern in die südpfälzische Provinz verschlagen hat. Wenn man das weiß, lässt sich die von vielen gesuchte, aber noch lange nicht gefundene Zukunftsstrategie womöglich leichter ausarbeiten. Spontan und ohne Anspruch auf Vollständigkeit fallen uns die folgenden Dinge ein: die Begeisterung für Sprachen und Kulturen, die Lust am Eintauchen in neue Themengebiete, die Beschäftigung mit dem Fremdem, um es in etwas Eigenes zu übertragen, der interkulturelle Kontakt, die konkrete Lust am Übersetzen und Dolmetschen, der Erwerb zugehöriger Methoden und Techniken, die Auseinandersetzung mit neuesten technologischen Entwicklungen insbesondere im Übersetzungsbereich, die praxisnahe Beschäftigung mit zugehörigen berufsrelevanten Inhalten, etc. pp.

 

Und in den letzten Jahren hat sich ja auch einiges zum Positiven entwickelt: Vortragsreihen zur Berufsorientierung, innovative Lehrprojekte, der Austausch mit den europäischen Institutionen, eine allmählich auf der Höhe der Zeit befindliche Hard- und Softwareausstattung, der verstärkte Transfer von der Theorie auf die Praxis, der Besuch von Technologie- und Literaturmessen, die Arbeit an realitätsnahen Übersetzungsprojekten, u.v.m.

 

Und dennoch ist die Situation des Jahres 2017 eine andere als die von 2008: Neben der finanziell nach wie vor prekären Situation des Fachbereichs fällt insbesondere der Rückgang der Studierendenzahlen dramatisch ins Gewicht. Der Rückgang um über 500 Studis in so kurzer Zeit müsste längst alle Alarmglocken schrillen lassen und zu der Frage führen, ob es neben allen geographischen Gründen – nein, Germersheim wird nie sein wie Hamburg oder Berlin – und Veränderungen im „Studierverhalten“ der heutigen Generation nicht auch strukturelle Probleme gibt, die mitverantwortlich dafür sind, dass junge Menschen sich gegen ein Studium am FTSK entscheiden oder warum so viele Studis nach dem BA-Abschluss Germersheim den Rücken kehren und ihre Zukunft woanders sehen.

 

An diesem Punkt ließen sich mehrere kritische Fragen stellen, die im Rahmen einer zu diskutierenden Zukunftsstrategie nicht länger übergangen werden sollten: Wie kann es sein, dass im Bachelorstudiengang mit Deutsch als Fremdsprache das Übersetzen nahezu komplett gestrichen wurde? Wieso erleben wir, dass in einigen Fächern Übersetzungsübungen praxisnah und unter Einbezug entsprechender Tools stattfinden, in anderen Fächern hingegen übersetzt wird wie anno 1947? Wieso ist die Modularisierung unserer Studiengänge nicht so gestaltet, dass Veranstaltungen logisch aufeinander aufbauen und der Erkenntnisgewinn von Semester zu Semester steigt? Wieso ist es in einigen Sprachen möglich, spannende Lehrangebote aus dem fächerübergreifenden und meist sehr berufspraktischen Bereich zu wählen, während andere Sprachen hier äußerst restriktiv vorgehen und den Besuch dieser Veranstaltungen quasi untersagen? Wieso wird man also – je nach Sprachkombination – auf unterschiedliche translatorische Berufsbilder fundiert vorbereitet, während man woanders am Schluss bestenfalls nur „irgendwas mit Sprache“ studiert hat? Welche Rolle spielt eigentlich eine Art „interne Qualitätssicherung“? Haben die Lehrveranstaltungsevaluationen jemals irgendwelche Konsequenzen nach sich gezogen? Und wozu taugt eigentlich gleich nochmal der Bachelorabschluss?

 

Angesichts der massiven Veränderungen in der heutigen Berufswelt – in der unterschiedlichste Fähigkeiten verlangt werden, ohne dabei den Blick auf das große Ganze zu verlieren –, dem Einzug digitaler Medien und zunehmender Automatisierung, dem vermeintlichen Siegeszug der Maschinellen Übersetzung, etc. müsste eine zu entwickelnde Zukunftsstrategie doch Antworten auf zahlreiche dieser Fragen finden. Dies ist im Übrigen auch keine Absage an die angeblich „graue Theorie“ oder die wissenschaftlich fundierte Auseinandersetzung mit diesen Veränderungen – wo sonst, wenn nicht an diesem Fachbereich, sollte dies diskutiert, analysiert und womöglich hin zu einem neuerlichen Paradigmenwechsel fortentwickelt werden?

 

Diese Herausforderungen sind allesamt gewaltig – aber sicherlich auch zu bewältigen, wenn die verschiedenen Fächer, Institutionen und handelnden Personen an einem Strang zögen. Niemand möchte (wie in Saarbrücken und an anderen Stellen längst geschehen) in Kürze die Schlagzeile lesen: „FTSK nach langem Siechtum und aus Angst vor Veränderungen im 80. Jahr des Bestehens verstorben“. Stattdessen wünschen wir uns, dass wir allesamt in 30 Jahren – dann mitten im Berufsleben stehend und hoffentlich dankbar für das Studium am FTSK – dem Fachbereich von ganzem Herzen zum 100-jährigen Bestehen gratulieren können.

 

Interessantes aus der damaligen Zielvereinbarung:

 

„Der Fachbereich und die Hochschulleitung setzen sich dafür ein, insbesondere den Transfer von Studierenden des Standorts Germersheim an den Campus Mainz zu erleichtern. Vorgesehen ist dafür u. a. die Einrichtung eines Shuttle-Busses […].“

 

 „Das Angebot im Bereich der Sachfächer soll fortgeführt und ggf. durch weitere Sachfächer (z.B. Tourismus) erweitert werden.“

 

 „Der Fachbereich wird […] baldmöglichst die […] Veranstaltungsbefragung einleiten, um die Einschätzung der Studierenden und etwaige Kritik an einzelnen Lehrveranstaltungen angemessen erfassen zu können.“

 

 „Ergänzend beschließt der Fachbereich, die Ergebnisse durch das ZQ im Rahmen eines Forums vorstellen und diskutieren zu lassen, um […] ggf. Verbesserungsbedarf auf Studiengangebene zu erheben.“


- Artikel aus dem 06|kurier vom SoSe 2017 -

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Fotos von der InterFak 2017

Hier findet ihr endlich die Fotos von der Fotowand! Der dazugehörige Artikel erscheint im kommenden 06|kurier.

 

An dieser Stelle vielen lieben Dank an Doriane Dupont für die tollen Fotos.

Wer Doriane für ein Fotoshooting buchen will oder noch mehr Werke von ihr sehen möchte, kann das hier tun:
http://dorianephotography.raidghost.com/

 

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Was tun, wenn der Abschluss naht?

Über die vergangenen Semester hatten wir eine Beitragsreihe mit Erfahrungsberichten ehemaliger FTSK-Studierender veröffentlicht. Dieses Mal haben wir drei Studierende gefragt, die noch nicht ganz fertig sind mit ihrem Studium, jedoch sehr knapp vor der für viele entscheidenden Frage stehen: Abschluss – und was kommt jetzt?

 

Weil wir natürlich auch immer gerne zeigen möchten, wie der Werdegang mit Bezug auf unseren Fachbereich aussieht, gibt es nun drei verschiedene Blickwinkel auf die Berufsorientierung:

 

1) Sandra Liermann hat ihren Bachelor am FTSK gemacht, wechselte dann für Journalismus nach Würzburg.

 

2) Charlotte Otremba hat ihren Bachelor am FTSK abgelegt und während des Masters eine Anstellung bei der EU erhalten.

 

3) Amelie Meyke wechselte von Romanistik aus Augsburg zu uns, um einen praktischeren Umgang mit Sprache zu erhalten.

 

Vom Übersetzer-Studium zur Zeitung

Dass ich einmal die Königin von Schweden treffen würde, hätte ich zu Beginn meines Studiums in Germersheim nicht gedacht. Schließlich eint mich mit der typischen Schwedin (außer der Haarfarbe vielleicht) reichlich wenig. Und die Sprachen Englisch und Französisch bilden auch nicht gerade die am nächsten liegende Kombination für einen Besuch in Skandinavien. Doch man muss keine Schwedin sein und auch kein Schwedisch sprechen, um Königin Silvia einmal aus nächster Nähe zu sehen. Man kann auch einfach Journalistin werden.

 

Doch von vorn: Zeitungsartikel übersetzen hat mir während meiner Zeit in Germersheim immer am meisten Spaß gemacht. Nicht nur eine Nachricht an sich, sondern auch den Tonfall und den Stil eines Journalisten in eine andere Sprache zu übertragen, fand ich toll. Selten haben sich diese Texte für mich wie eine lästige Pflicht angefühlt, sondern eher wie eine nette Freizeitbeschäftigung.

 

Als ich von der damaligen FaSa-Referentin gefragt wurde, ob ich nicht als StuPa-Mitglied Lust hätte, für die Uni-Zeitung zu schreiben, habe ich nicht lange gezögert und zugesagt. Meine ersten journalistischen Schritte waren ein Interview mit Äl Jawala, der Band, die am Internationalen Abend auftrat und ein Reisebericht über einen Roadtrip durch die USA. (Beides übrigens Texte, die ich inzwischen ganz furchtbar finde.)

 

Als das Ende meines Bachelor-Studiums näher rückte und somit auch die Frage, wie es weitergehen soll, habe ich mich für Journalismus-Studiengänge beworben – inklusive Arbeitsproben, Motivationsschreiben, Aufnahmetest. Kurze Zeit später dann: eine Zusage aus Würzburg für den Studiengang „Wirtschaftsjournalismus und Unternehmenskommunikation“.

 

Neben dem Studium schrieb ich, was das Zeug hielt. Zunächst für ein Motorrad-Fachmagazin, später dann für die regionale Tageszeitung. Außerdem lockte mich der Hörfunk: Zunächst beim Hochschulradio, später dann beim Bayerischen Rundfunk. Da habe ich im vergangenen Sommer auch Königin Silvia getroffen – übrigens auch eine gelernte Dolmetscherin und Übersetzerin.

 

Zum Ende des Mater-Studiums stellte sich nun kürzlich erneut die Frage: Und jetzt? Schon vorher war mir klar, dass ich ein Volontariat bei einer Zeitung machen möchte, also eine zusätzliche Ausbildung zur Redakteurin. Trotz Journalismus-Studium ist es schwierig, ohne ein Volontariat Fuß zu fassen. Also stürzte ich mich in die Vorbereitungen – denn an einen der begehrten Volo-Plätze zu kommen, ist gar nicht so leicht.

 

Das A und O lautet: Allgemeinwissen. Denn das testen die Chefs beim Vorstellungsgespräch. Ob mit Fragebögen oder Bildertests – Politiker, Künstler und historische Persönlichkeiten sollte man kennen. Eine Prise geschichtliches Wissen und ein paar Jurakenntnisse können auch nicht schaden. Dass ich den Gewinner der letzten DSDS-Staffel nicht identifizieren konnte, war gottseidank nicht allzu tragisch. Einen von zwölf Volontariatsplätzen bei der Augsburger Allgemeinen, der zweitgrößten regionalen Tageszeitung in Deutschland, habe ich trotzdem ergattern können. Seit einem halben Jahr schreibe ich nun täglich über alles, was das Augsburger Umland so zu bieten hat.

 

Meine Leidenschaft für Zeitungsartikel ist geblieben. Der einzige Unterschied ist nun, dass ich sie nicht mehr übersetze, sondern selber schreibe. Das ist gleichzeitig sehr schön und sehr traurig. Denn meine Leidenschaft für Fremdsprachen kommt momentan leider etwas zu kurz. Langfristig hoffe ich, irgendwann beides vereinen zu können: als Auslandskorrespondentin.

 

Sandra Liermann

 

 

Bachelor und Master in Germersheim

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Von Geldkürzungen und ansteigenden Beiträgen

Nicht nur das Mensaessen wird jährlich um mindestens 10 Cent teurer, sondern auch der Semesterbeitrag wird regelmäßig erhöht. Zudem steigt der Preis des Semestertickets jährlich an – und parallel der Unmut unter Studierenden. Im späten Herbst wurde zudem eine Debatte um die VG-Wort eröffnet, sodass die Dozierendenschaft den Kursteilnehmern ans Herz legte, noch so viel Online-Literatur wie möglich vor dem 01.01.2017 herunterzuladen. Diese Frist wurde nicht zuletzt mithilfe von Stellungnahmen der Landeshochschulpräsidenten und studentischen Vertreter Deutschlands nun verlängert.

 

Nun kommen Fragen auf, wo die Ursprünge der Entwicklungen liegen. Über diese Themen sind meist nur Mitglieder studentischer Gremien ausreichend informiert und versuchen, ihren Kommilitonen ein wenig Einblick in die Thematik zu verschaffen.

 

Ein wenig Aufklärung wird hiermit gegeben:

 

Im Fall Germersheim ist das Studierendenwerk Vorderpfalz für die Mensa verantwortlich. Da das Land Rheinland-Pfalz allerdings seine Zuschüsse an das besagte Werk sowie an alle anderen gekürzt hat, werden nun die Preise erhöht. Ca. Dreiviertel des Semesterbeitrages in Germersheim (85€) gehen an das Studierendenwerk. Das heißt, entweder dieser steigt an oder die Personen, die sich für ein Mensaessen oder sonstige Angebote des SWs entscheiden, greifen tiefer in die Tasche.

 

Aufgrund der Entwicklungen haben sich die Vertreter der Asten in Rheinland-Pfalz einerseits für eine gemeinsame Pressemitteilung als Reaktion auf die Mensakürzungen zusammengeschlossen.

 

Semesterbeitrag und Semesterticket:

 

Diese sind ebenfalls miteinander verbunden. Durch den geographischen Sonderstatus Germersheims werden insgesamt zwei Tickets angeboten: des KVVs sowie VRN. Um diese überhaupt verkaufen zu können, zahlt der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) einen Sockelbeitrag an den „Schirmherr“ KVV. Dieser Sockelbeitrag ist in einem bis 2019 datierten Rahmenvertrag zwischen dem AStA und dem KVV festgelegt. Derzeit gehen von den 120,13 € jedes Germersheimer Studierenden 33,13 € an den AStA, der davon wiederum 20,80 € an den KVV in Form dieses o.g. Sockelbeitrags abführen muss.

 

Zudem werden ein Ausstieg aus dem Vertrag mit dem KVV und ein alternatives Semesterticket diskutiert – beispielweise, inwiefern eine gemeinsame Variante für ganz RLP angeboten werden könnte: Im Falle des FTSK geht es primär darum, die Anbindung am Mainz zu gewährleisten. Hierfür haben der AStA und das Studierendenparlament (StuPa) bereits eine Umfrage durchgeführt, um sich einen Überblick zu verschaffen, wie viele Germersheimer Studierende welche Tickets benötigen und ob zusätzliche Verbindungen wie nach Heidelberg, Mannheim und Karlsruhe erwünscht sind.

 

Wir alle wissen: Viele zweifeln an der Macht ihrer Stimme und es erscheint oftmals schwierig, sich zu informieren und bei einer solch komplex wirkenden Angelegenheit einzubringen. Dennoch ist dies keineswegs unmöglich. Denn Thematiken wie die hier beschriebenen können jederzeit in den öffentlichen AStA- und StuPa-Sitzungen diskutiert und mitgestaltet werden. Wie in den meisten Lebenslagen zählt also auch hier: Sich daran zu beteiligen ist in erster Linie frei und erwünscht – doch sich zumindest einen Überblick über (hochschul-)politische Entscheidungen zu verschaffen, ist heutzutage beinahe zwingend notwendig.

 

Alexandra Bartelt

 


- Artikel aus dem 06|kurier vom WiSe 2016/17 -

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Sommerschule in Yerevan: Armenien nicht nur als Tourist erleben

Ihr habt in den nächsten Semesterferien noch nichts vor? Dann können wir euch wärmstens die Sommer- und Winterschulen des DAAD ans Herz legen - Bewerbungen sind abhängig von der jeweiligen Uni auch jetzt noch möglich!
Was euch erwartet? Unser Autor hat sich im vergangenen Jahr einmal Armenien näher angesehen und verzaubern lassen.


Es sind Semesterferien in Rheinland-Pfalz, das Wintersemester 15/16 ist gerade vorbei und so allmählich erkämpft sich die Sonne ihren angestammten Platz in der Toskana Deutschlands zurück. An einem Tag im April erreicht mich plötzlich eine Rundmail vom DAAD; mit der Ausschreibung einer Sommerschule in Armenien. So wirklich bemerke ich diesen Aufruf erst gar nicht, schließlich habe ich nichts mit diesem Land zu tun. Doch je länger ich mich über den kleinen Staat im Kaukasus informiere, umso stärker entfacht in mir das brennende Interesse, mal etwas mehr meiner westeuropäischen Komfortzone zu entfliehen.

 

„Sprache, Kultur und Gesellschaft“ lautet der Untertitel des Programms, angesichts dessen ich mich ohnehin sofort angesprochen fühle. Ich mache also Nägel mit Köpfen: Mein August 2016 wird 2000km südöstlich von Deutschland verbracht - nicht aus Urlaubsgründen, auch wenn das Vorhaben sicherlich so anmutet.

 

Doch worin liegt der Reiz dieses Landes? Ich selbst studiere am FTSK romanische Sprachen, was soll ich da überhaupt mit Armenisch? So recht finde ich bis zum Abflug keine Antwort. Vielmehr sind meine Eltern nur besorgt und fragen sich,ob ein solcher Abstecher in diesem turbulenten Jahr eine so weise Entscheidung sei. Ich lasse jedoch nicht locker und als die Annahmebestätigung kommt, buche ich schleunigst einen Flug und setze mich mit dem Land noch intensiver auseinander. Die Organisation der Sommerschule sieht vor, dass die Teilnehmer in Gastfamilien untergebracht werden. Ein Punkt mehr, der mich bestärkt, dorthin zu reisen.

 

Der August rückt also näher, plötzlich sitze ich im Terminal am Frankfurter Flughafen, warte auf meinen Transitflug über Moskau nach Yerevan. In den frühen Morgenstunden soll ich dort von meiner Gastmutter in Empfang genommen werden. In meiner typisch deutschen Einstellung ist mir das neben aller Dankbarkeit dennoch unangenehm, schließlich reise ich an einem Sonntag an. Aber eine Aussage, die sich über die Wochen in der Sommerschule wie ein Mantra wiederholen wird, bewahrheitet sich schon am Flughafen: Die Armenier behandeln mich wie ein Familienmitglied. Nachdem ich eine Traube Taxifahrer abgewimmelt habe, die mich mit Brocken filmreifen Deutschs überzeugen wollen, dass Sie schneller und sicherer vom Flughafen in die Stadt gelangen als jeder Kollege, werde ich auch schon herzlich von meiner Gastmutter empfangen. Offensichtlich hatte sie beinahe schon eine Stunde vor meiner Landung auf mich gewartet – nur zur Sicherheit.

 

Nun sitze ich also doch in einem Taxi und das Versprechen vom schnellen und gleichzeitig sicheren Fahren erfüllt sich nicht. Als gäbe es in Yerevan einen Preis zu gewinnen, rast der Fahrer über die sonntäglich leeren Boulevards. Hier und da streunen Hunde. Noch direkt am Flughafen wird unser Taxi von einem Rudel ausgebremst. Danach aber fliegen nur noch die architektonisch-bürgerlichen Reminiszenzen der Sowjetunion an mir vorbei: Schwere, massive Häuser aus Tuff (einem roten bzw. braunen Stein), Überlandleitungen sowie einige kleinere Kohorten an Ladas. Und über allem strahlt der Ararat, der Berg der Berge, Vater und Beschützer aller Armenier, Bezugspunkt des armenischen Selbstverständnisses und Fixpunkt der nationalen Identität. Das Ganze mutet mir allerdings sehr seltsam an, schließlich liegt der Berg auf türkischem Gebiet. Und dennoch besitzt das über 5000m hohe Massiv eine Strahlkraft, die bis in die weltweite Diaspora hinausreicht.

 

Türkei: Da war doch mal was. Seltsamerweise vernehme ich wenige kritische Worte gegen das Land an sich. Mehr ist es der tiefe Schmerz über den Genozid im Jahre 1914, der seine Nachwirkungen bis heute zeigt. Das Selbstbild des Landes ist eng mit dem Berg Ararat und den Ereignissen des 1. Weltkriegs verbunden.

 

Was mich am meisten überrascht, ist der Kontrast zwischen Post-Sowjet-Flair, moderner Stadt und bitterer Armut. Mit dem derart harschen Aufeinandertreffen dieser drei Pole hatte ich trotz intensiver Vorbereitung nicht gerechnet. Im Herzen ist Yerevan nämlich eine Stadt, die sich von ihrer Schönheit, ihrer Ausstattung und ihrem Lebensgefühl nicht hinter Metropolen wie Barcelona oder Paris verstecken muss. Ich flaniere mit den anderen Sommerschülern von Café zu Café, hier und da haben hippe Armenier ein Lokal eröffnet, das beinahe alternativer ist als alles, was man aus Hipster-Hochburgen wie Berlin kennt. Gleichzeitig finden sich direkt nebenan jedoch auch urtümliche, traditionelle Einrichtungen. Diese Mischung scheint auch zum Flair der Stadt beizutragen. Fährt man allerdings etwas aus dem Zentrum hinaus – oder macht sogar wie ich einen Ausflug in die umliegenden Dörfer – dann wechselt das Bild zu hastig verlassenen, notdürftig geflickten und unvollendeten Bauten, die vermutlich in der Übergangszeit zwischen Sowjetunion und Staatsgründung nicht mehr tragbar wurden. Dieses Bild wird durch das desaströse, erst langsam erstarkende Antlitz der nordarmenischen Stadt Gjumri verstärkt, die 1988 von einem schweren Beben komplett dem Erdboden gleichgemacht wurde. Noch heute leben 4000 Familien in Notunterkünften: ca. 3x6m große Container, die in der und um die Stadt herum aufgestellt wurden. So wirklich wird mir das Ausmaß erst klar, als ich vor einem dieser Container stehe. Es sind nicht 4000 Menschen, sondern 4000 Familien – mehrere Generationen in einem 18 m² großen Container. Mich wundert, dass selbst 28 Jahre nach der Katastrophe noch so viele Menschen auf eine Entschädigung oder gar auf eine Wohnung warten. Doch die Wohnsituation ist angespannt, nicht nur aufgrund der Armut. So hat es sich ergeben, dass viele Menschen die 18 m² als Sicherheit empfinden und verständlicherweise das Risiko nicht eingehen wollen, plötzlich durch einen Umzug kein Dach mehr über dem Kopf zu haben.

 

Unter der Last dieser Eindrücke ist der Rückweg nach Yerevan über eine nur bedingt asphaltierte Autobahn, die in Deutschland kaum den Namen einer Straße verdient hätte und bei der sich selbst deutsche Bauern wegen der schweren Passierbarkeit beschwert hätten, eine sanfte Tour. Die schier unendlichen Weiten, in denen sich Hügel, Bäume, Gasleitungen, verlassene Ortschaften und verrostete Trucks bis zum alles überragenden Ararat in der Ferne abwechseln, mildern mit zunehmender Fahrzeit die Impressionen aus Gjumri. Eine richtige Euphorie über die Vielseitigkeit dieses kleinen Landes will nach dem Gesehenen des Tages aber im Vergleich zu den anderen Ausflügen nicht aufkommen. Dies mag auch daran liegen, dass die anderen Exkursionen leichterer Natur waren, wie etwa der Besuch bei einem amerikanisch-armenischen Think Tank, der die Regierung des kleinen Landes in internationalen Fragen berät, einem mehr oder minder politisch unabhängigen Fernsehsender oder auch die unzähligen Klöster und Kirchen, die bereits im einzig verfügbaren, deutschsprachigen Landesführer über Armenien angepriesen werden. Auf diesen Ausflügen spiegelt sich für mich die Mentalität des kaum 3 Mio. Bürger zählenden Volkes wider. Armenier sind geschäftig, sie sind sehr stolz auf das, was sie in diesem Ländchen nach Ende der Sowjetunion aufgebaut haben. Die Liste an Persönlichkeiten und Errungenschaften, die aus Armenien stammen, ist schier unendlich und sicherlich in mancherlei Hinsicht beschönigt, aber keineswegs komplett abwegig. Allein die riesige Diasporagemeinde in den Vereinigten Staaten zählt Mitglieder wie die Kardashians, Cher oder die Band „System of a Down“. Gern wird auch nur der entfernteste Urahn als Beleg der armenischen Abstammung genommen wie im Falle Garri Gasparovs oder Andre Agassis. Die Sommerschule führte diese Auslegung so weit, dass demnach im Grunde jeder (ein) Armenier sei – zumindest im Herzen. Nicht zuletzt erscheinen mir Armenier auch als unglaublich pragmatisch: Sicherheitsgurte im Auto sind überbewertet, genauso wie das Schließen der Tür, wenn der Bus doch ohnehin nur 100m weiterfahren muss. Wenn etwas nicht so funktioniert, wie es soll, kann man nicht einfach aufhören und komplett den Dienst versagen.

 

Armenier blicken außerdem mit einem Auge nach Russland, mit dem anderen in den Nahen Osten und schielen zugleich auf das einerseits nahe und doch so ferne Europa. Zuweilen kommt es mir so vor, als liege Armenien genau auf dem Schnittpunkt dieser drei Kulturen: Mal europäisch, was das Streben nach Fortschritt und Entwicklung angeht. Mal russisch, was den Aufbau des Alltags angeht, auch, da Russland die Grenzsicherung Armeniens übernimmt. Mal orientalisch, besonders was das Essen und auch die Gesellschaft angeht.

 

Müsste ich die Zeit in dem kleinen Land in wenigen Schlagwörtern zusammenfassen, würde ich mit folgenden Punkten abschließen:

 

·         Der Ararat ist überall.

·         Jeder ist im Grunde Armenier.

·         Westarmenien existiert noch immer, auch wenn die Türkei dies anders sieht.

·         Die armenische Küche ist unglaublich.

·     Das armenische Volk ist pathetisch, zum Teil wehleidig, aber stets gastfreundlich und herzlich.

 

 

Felix Hoberg


- Artikel aus dem 06|kurier vom WS 2016/17 -

 

Neugierig geworden?
Weitere Informationen findet ihr hier: https://goeast.daad.de/de/25457/

 

Abschluss – und dann!? Die Vortragsreihe zum Thema Berufsorientierung geht in die dritte Runde

 

Nicht jeder Germersheimer Student oder Promovend hat kurz vor seinem Abschluss schon eine konkrete Vorstellung davon, wie er die Zukunft nach der Uni gestalten möchte. Welche Möglichkeiten bieten sich mir mit einem Bachelor, Master oder Doktor in Übersetzung? Welche Branchen stehen mir offen? Welche Firmen kommen in Frage? Wie kann ich mir den Alltag in einem Großbetrieb oder das Qualitätsmanagement in Übersetzungsagenturen vorstellen? Und wie sind die Gehaltsaussichten? Was muss ich beachten, wenn ich mich als Freiberufler selbstständig machen will? Und welche Berufszweige in der Sprachenindustrie eröffnen sich mir abseits der bekannten Wege? Denn nicht jeder will seinen Lebtag auch ausschließlich mit Übersetzen oder Dolmetschen verbringen...

Um diese und ähnliche Fragen zu beantworten, veranstaltet der ASTT (Arbeitsbereich Allgemeine und Angewandte Sprachwissenschaft sowie Translationstechnologie) seit dem Sommersemester 2016 eine über vier Semester andauernde Vortragsreihe zum Thema Berufsorientierung, in der sich unterschiedliche Unternehmen, Behörden und Dienstleister vorstellen und einen Einblick in das jeweilige Berufsfeld, den Arbeitsalltag und die Karrierechancen bieten. Vorgesehen sind die Schwerpunkte Dolmetschen und Übersetzen (zwei Semester), Technische Redaktion und Kommunikation sowie Unternehmenskommunikation und Qualitätssicherung bzw. -management. Hierbei bietet sich den Studierenden bei Interesse natürlich auch die Möglichkeit, Rückfragen zu stellen und wichtige Kontakte für Praktika oder einen gelungenen Einstieg ins Arbeitsleben zu knüpfen. So waren unter anderem bereits Referatsleiter des Bundessprachenamtes und Referenten anderer bekannter Vertreter aus Wirtschaft und Industrie zu Gast.

 

Das Oberthema des Sommersemesters 2017 lautet "Technische Redaktion und Kommunikation" und gewährt Einblicke in ein eher unbekanntes Berufsfeld, das aber gerade für Studenten mit einem Faible für Technik von großem Interesse ist und zudem einen attraktiven und gut bezahlten Arbeitsplatz ermöglicht. Wer also jetzt doch in das Gebiet der technischen Redaktion reinschnuppern möchte, kann das in diesem Semester noch im Rahmen von drei weiteren Vorträgen, die jeweils mittwochs von 18-19:30 Uhr in der Löwengrube (Hörsaal 328) stattfinden, tun:

 

21. Juni 2017  Herr Prof. Dr. Michael Schaffner (Fa. BIOS): „Technische Kommunikation 4.0 -   Auswirkungen der Digitalen Transformation“

 

 

05. Juli 2017    Frau Petra Kuhn (Fa. ZF): „Connecting TechDocu & Translations – the perfect QA fit?“

 

12. Juli 2017   Herr Dr. Christopher Kurz (Fa. Enercon): „Übersetzen und Qualität - Was können und müssen Endkunden und Übersetzer voneinander erwarten? Der Weg zu einer gut funktionierenden Kunde-Übersetzer-Beziehung“

 

 

 

Weitere Informationen, das Material zu den bisherigen Vorträgen sowie die nächsten Termine findet ihr auf der Internetpräsenz des ASTT: http://www.fb06.uni-mainz.de/aasw/

 

 

Zudem erwartet euch ein umfangreicherer Artikel sowie ein Interview mit den Organisatoren im nächsten 06|Kurier!

 

Stay tuned!

 

Katja Schröter

 

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Mitwirken am Fachbereich? Gar nicht so schwierig! Zum Beispiel im FBR.

Jetzt ist es wieder soweit, dass alle eure Stimmen zählen! Nun habt ihr die Möglichkeit, eure Vertreter in den FBR zu wählen. Je mehr Zustimmung die Kandidaten bekommen, desto sicherer können sie sich sein, dass sie tatsächlich für die Mehrheit der Studierenden sprechen. Im Foyer sowie vor dem Sitzungszimmer stellen sich unsere Kandidaten vor.

 

Eure Stimme könnt ihr am 19. Und 20. Januar 2016 von 09:00 – 16:00 Uhr im Sitzungszimmer (R 117) abgeben. Ihr braucht lediglich euren Studierendenausweis.


Der Fachbereichsrat ist das wichtigste Fachbereichsinterne Gremium, das es am Fachbereich gibt. Hier kommen etwa einmal im Monat Vertreter aus allen Personengruppen, die hier am Fachbereich beschäftigt sind, zusammen, um über sämtliche Angelegenheiten zu sprechen, die den FTSK, Studenten, Dozenten, Professoren und den Verwaltungsapparat betreffen.

 

Wenn es mal wieder darum geht, die Prüfungsordnung oder Studiengänge zu überarbeiten, Partnerschaftsverträge mit anderen Universitäten zu besprechen oder personelle Entscheidungen zu diskutieren, haben auch wir, die Studierenden, immer ein Mitspracherecht. Auch Themen wie Haushaltsplanung, Bauvorhaben und Einstellungsverfahren oder Weiterbeschäftigung von berenteten Dozenten finden ihren Platz auf der Tagesordnung.

 

Insgesamt können wir Studierenden vier Vertreter wählen, die an diesen Sitzungen teilnehmen und unsere Interessen dort vertreten. Unser Dekan Herr Schreiber, sowie alle anderen Personengruppen legen immer viel Wert auf die Meinung unserer Vertreter. Sie werden explizit um ihre Meinungen gebeten und sehr ernst genommen, sodass die studentischen Vertreter auch in der Lage sind, Entscheidungen, die den Fachbereich, deren Studiengänge und deren Studierende betreffen, entscheidend beeinflussen zu können.

 

Entscheidungen, die in den letzten Jahren thematisiert wurden, sind zum Beispiel ein Memorandum of Understanding mit der EU für den Masterstudiengang Konferenzdolmetschen, sowie Partnerschaftsverträge mit Universitäten in Mexiko, Usbekistan und Kanada. Im Zusammenhang mit einigen Partnerschaftsverträgen wurden sogar teilweise ganz neue Module und Veranstaltungen konzipiert, an deren Ausarbeitung natürlich auch unsere studentischen Vertreter mitgewirkt haben.

 

Auch wurden Entscheidungen zu personellen Unstimmigkeiten im FBR diskutiert, bei denen unsere Vertreter eng mit den Fachschaftssprechern und den Leitern der entsprechenden Abteilungen zusammenarbeiteten und Lösungen fanden, die für alle Seiten zufriedenstellend waren.

 

 

 

Wie man an den Beispielen sieht, bekommt man einen sehr guten Einblick in die Arbeit von Hochschulgremien. Man lernt, wie die Uni überhaupt funktioniert und kann eng mit Dozenten und Professoren in verschiedenen Ausschüssen zusammenarbeiten und erhält so immer die Informationen aus erster Hand und hat eine wichtige Entscheidungsmacht, ohne die unser Studium mehr eine Diktatur als ein auf unsere Bedürfnisse abgestimmtes Studium wäre.

 

 

 

Der Fachbereichsrat wird immer in der vorletzten Januarwoche für ein Jahr gewählt. Um gewählt zu werden, müssen sich die Kandidaten bis spätestens Anfang Dezember im AStA-Zimmer beim AStA-Vorsitzenden melden (Mail: vorsitz@asta-ger.uni-mainz.de).

 

 

 


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Willkommen im Winterwunderland – Eindrücke des Snowballs 2016


Ob Ballkleid, Cocktailkleid, Smoking mit Fliege, Krawatte oder feiner Weste – der Snowball brachte das gesamte Spektrum an wunderbarer Abendgarderobe zusammen. Wer sich für einen solch gehobenen Anlass aus dem Ei pellt, möchte natürlich auch ein fotografisches Andenken behalten. Hier findet ihr deshalb die Aufnahmen unseres freiwilligen Fotografen Vassilios Pilitsis, der in professionellster Manier seine Fotomodelle in Szene gesetzt hat.  

 

Wie auch bereits die vergangenen Jahre wird eine ausführliche Beschreibung des Balls in der kommenden Druckausgabe des FB06-Kuriers erscheinen. Wir hoffen an dieser Stelle jedenfalls, dass jeder von euch auf seine Kosten gekommen ist und in pompös-gehobener Weise Spaß hatte!

Text: Felix Hoberg
Fotos: Vassilios Pilitsis


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Landau Bildungsprotest

Auch Germersheim beobachtet.


Liebe Kommilitonen, liebe Leser,


wer derzeit das lokale Geschehen an unseren Nachbaruniversitäten verfolgt, wird sicherlich an der
Universität Landau hängenbleiben. Dort herrscht nicht erst seit einigen Tagen der
Ausnahmezustand. Der Grund hierfür sind unzureichende Studienbedingungen, die sich über die
vergangenen Semester und Jahre hinweggezogen haben. Die Bemühungen, Gehör zu erlangen,
kommen seit Mitte November voran, jedoch nicht in zufriedenstellender Weise. Daher wird der
Protest noch dieses Jahr sogar bis nach Mainz ziehen. Die mediale Aufmerksamheit hat das
Anliegen der Studierenden in Landau bereits jetzt: Auch der SWR und die Rheinpfalz berichten
sowohl online als auch auf anderen Wegen von den Protesten.


Wir als AStA Germersheim möchten hiermit ebenfalls deutlich zeigen, dass wir das Geschehen in
Landau mit Interesse verfolgen und uns mit der Situation kritisch auseinandersetzen. Es ist ein
großer Schritt, die eigene Unzufriedenheit über Studienbedingungen bis in die Landeshauptstadt zu
tragen und sich unermüdlich Gehör verschaffen zu wollen. Besonders beeindruckt uns die
Hartnäckigkeit, mit der das AudiMax der Universität Landau belagert wird. Unsere Vertreter, die auf
der vergangenen Landes-ASten-Konferenz in Landau dabei waren, staunten nicht schlecht über den
AudiMax, der derzeit ausschließlich als taktische Basis des Protestes fungiert.


Wer sich so für einen Belang einsetzen, verdient Aufmerksamkeit, Respekt und Solidarität. Wir
wünschen dem AStA Landau und allen, die sich aktiv in der Umsetzung der Forderungen beteiligen,
die nötige Kraft und Durchsetzungskraft, das Vorhaben auch lautstark und wirkungsvoll in
Mainz zu vertreten!

 

Der AStA am FTSK


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Studium mit Pauken und Trompeten

Wenn man von Fremdsprachen auch nach der Uni noch nicht genug hat, lohnt sich ein Besuch bei der Stadtkapelle Germersheim.


Beim ersten Probenbesuch habe ich noch eher wenig verstanden und auch meine Versuche, einfach mitzulachen, scheiterten kläglich und wurden schnell durchschaut. Doch das tut der guten Laune bei der Stadtkapelle überhaupt keinen Abbruch, im Gegenteil, denn der Spaß wird nie außer Acht gelassen. 




So wurde ich, als ich im Winter 2013 dort anfing, von allen herzlich begrüßt und fühlte mich direkt sehr willkommen. Im Anschluss an das Musikalische wurde ich direkt auf eine Schorl eingeladen (diese Tradition gibt es aber jede Woche, wie ich ab meiner zweiten Probe feststellte). Dies ist sehr gut möglich, da im Probenheim sowohl ein Probenraum als auch ein Raum zum gemütlichen Beisammensein vorhanden ist. Hier wird dann über alles Mögliche diskutiert oder auch einfach mal gemütlich zusammen gesessen (dort bietet sich auch die Gelegenheit, die Pälzisch-Kenntnisse zu vertiefen, auf „Fremde“ wird aber auch Rücksicht genommen). 


Manchmal werden auch Vereinsausflüge veranstaltet, die immer zu den Highlights des Jahres zählen. So veranstalteten wir im letzten Jahr erst ein tolles Konzert im Bergwerk, um anschließend eine Weinprobe (was auch sonst?!) zu machen. Die Stimmung war wie eigentlich immer sehr ausgelassen… 


Doch bei allem Spaß wird auch das Musikalische nicht außer Acht gelassen. So findet jedes Jahr im Advent ein Konzert statt, welches immer mit großem Eifer vorbereitet wird. Auch über das ganze Jahr verteilt gibt es in Germersheim und Umgebung zahlreiche Veranstaltungen, welche die Stadtkapelle begleitet und unterstützt (Fasching, Festungsfest, kirchliche Anlässe, etc.). 


Alles in allem kann man sagen, dass die Stadtkapelle den perfekten Ausgleich zum Alltag in der Uni bietet, da man sich dort einfach mal mit etwas anderem beschäftigt und auch andere Leute trifft. So ist die Stadtkapelle mit Dirigentin Gerda Vogel die perfekte Mischung aus Spaß und musikalischem Anspruch. 


Neugierig geworden? Dann komm doch einfach mittwochs ab 19.00Uhr in unser Probenheim in der Waldstraße 5a oder verschaffe dir auf unserer Homepage www.stadtkapelle-germersheim.de einen Überblick. 


Wir freuen uns auf dich!

Artikel und Fotos: Kristin und Gesa


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Ersti-Wochen-Wahnsinn

Auch dieses Semester hieß es wieder: Ersti-Woche! Vom 12.10. bis zum 16.10. war viel los im kleinen Germersheim. Damit ihr euch an das Geschehene auch noch lange erinnert findet ihr hier ein paar Eindrücke der letzten Woche und der ersten von vielen noch kommenden Veranstaltungen:


Und wieder fängt ein neues Semester an! Am Montag, den 12.10.2015, konnte sich der FTSK auf neue Gesichter und Geschichten aus aller Herren Länder freuen. Um Punkt 10 Uhr trudelten Erstis aller Art–ob Bachelor, Master oder Erasmus–in den Audimax, um sich die ersten Willkommensworte der Studentenvertretung, des Bürgermeisters, des Dekans und vielen weiteren anzuhören.

Generell fehlte es nicht an Infos: Neben dem Infomarkt und den zahlreichen Einführungsveranstaltungen waren überall im Alt- und Neubau Ansprechpartner für alles Mögliche zu finden.Wer sich immer noch verloren fühlte, konnte zudem an den täglichen Uniführungen teilnehmen.

 

Daneben stand vor allem eines im Vordergrund: neue Studis und Germersheim kennenlernen. Dies konnte man entweder bei der Stadtrallye und den Kneipentouren, oder aber beim gemütlichen Filmabend, Frühstück und Lagerfeuer. Für alle Geschmäcker war etwas dabei, was einem den Einstieg in das kalte Semester versüßen konnte.

 

Als krönender Abschluss strahlte unsere Mensa am Freitag wieder einmal durch den bunten Mischmasch an Stereotypen und Musikrichtungen. Jetzt bleibt nur noch einen schönen Start ins Semester zu wünschen und euch hoffentlich bei der nächsten Veranstaltung wiederzutreffen. 

 

          

                                                                                                           Fotos und Text: Astrid Hanke


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Eine Reise um die Welt: Die zweite Germersheimer Exchange Fair

Am 9. November 2018 fand zum zweiten Mal die Germersheimer Exchange Fair statt, eine Infomesse, bei der Studierende des FTSK sich aus erster Hand über Austauschmöglichkeiten und Partneruniversitäten informieren konnten. Eingeladen wurde dieses Jahr unter dem Motto „X-change your life!“. Es ist ein Motto, das verdeutlicht, wie nachhaltig sich ein Auslandsaufenthalt auf das eigene Leben auswirkt. Ein Auslandsaufenthalt bedeutet aber auch einen Austausch über das Leben – einen Austausch von Sprachen, Kulturen, Lebensweisen und Meinungen. Diesen Gewinn an Erfahrungen können Studierende nicht ohne Weiteres machen, wenn sie für die gesamte Zeit ihres Studiums an der Heimatuniversität bleiben. Dabei stellt doch gerade der Kulturaustausch einen zentralen Aspekt der Studiengänge des FTSK dar. Die diesjährige Exchange Fair sollte den Studierenden daher als erste Inspirationsquelle dienen und ihnen zeigen, was im Rahmen eines Auslandsaufenthaltes möglich ist.

Durchgeführt wurde die Exchange Fair vom Akademischen Auslandsamt mit Unterstützung von AStA, StuPa und knapp 40 weiteren Helfern aus der Studierendenschaft. Die Gruppe der Helfer bestand aus momentanen Austauschstudierenden am FTSK und aus Regelstudierenden, die bereits Austauscherfahrungen an einer der etwa 100 Partneruniversitäten weltweit gesammelt hatten. Besser als jeder andere waren diese Helfer geeignet, ihren interessierten Kommilitoninnen und Kommilitonen von Land und Leuten, Studium und Leben an den vielen Partneruniversitäten zu erzählen.

Im mit Flaggen der verschiedenen Länder geschmückten Audimax waren entlang der Wände Stände aufgebaut worden. Kürbisse und bunte Blätter sorgten für eine gemütliche, herbstliche Atmosphäre. Nach Ländern verteilt saßen an den Ständen die Helfer und unterhielten sich mit Interessierten, zeigten ihnen Infomaterialen und Fotos von Partneruniversitäten und Städten, berichteten von eigenen Erfahrungen und gaben Tipps zur weiteren Planung eines Auslandsaufenthaltes. Es gab zudem einen Stand, an dem über die Möglichkeiten eines Auslandspraktikums informiert wurde. Natürlich waren auch die Vertreter des Akademischen Auslandsamtes vor Ort und beantworteten hilfsbereit alle Fragen. Ein Stand von AStA und StuPa gab Glühwein, Martinsgänse und Kuchen aus. Insgesamt war die Veranstaltung gut besucht, sodass sich die Studierenden immer wieder entlang der Stände reihten, wo sie sich informierten, Kontakte knüpften und Ideen austauschten. 

Da die Zahlen der Outgoings des FTSK in den letzten Jahren etwas nachließen, war es laut Dr. Torsten Dörflinger vom Akademischen Auslandsamt ein erklärtes Ziel der Exchange Fair, diesen Trend aufzuhalten. Sie sollte den Studierenden nicht nur zeigen, welche Bereicherung ein Auslandsaufenthalt darstellt, sondern auch verdeutlichen, dass ein Auslandsaufenthalt keinen Zeitverlust im Studium bedeuten muss und dass viele Möglichkeiten finanzieller Unterstützung bestehen, von der Förderung durch Programme wie ERASMUS bis zum AuslandsBAföG. Ausgehend von der Zahl der Besucher dieser Exchange Fair kann man sicher positiv gestimmt sein, dass in Zukunft wieder mehr Studierende die Chance auf einen Auslandsaufenthalt nutzen. Wir hoffen, dass nun bei vielen die Neugier geweckt wurde und sie bald ihr eigenes Abenteuer „Austausch“ beginnen können.

Andrea

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Alles was man wissen sollte: Ein Auslandssemester in Mexiko

Für mich ging es am 23. Juli nach Mexiko für ein Auslandssemester. Ein kleines Experiment, wie man es nennen könnte, da noch nie ein/e Student/in aus Germersheim an der Universidad Autonoma „Benito Juarez“ de Oaxaca ein Semester verbracht hat. Ich war auf vieles vorbereitet, aber vieles hat mich auch einfach unerwartet erwischt. 

Mit dem Flieger ging es zunächst nach Mexiko-Stadt, da es von Deutschland aus keine Direktflüge nach Oaxaca gibt. Wen Mexiko-Stadt nicht reizt, sollte allerdings nach Cancún fliegen, da die Flüge um einiges günstiger sind und man von dort aus mit dem Bus nach Oaxaca fahren kann. Auf diesem Weg kann man sich einiges vom Land anschauen, da die Fahrt um die 30 h dauert und man sie daher besser in Etappen begeht. Mich hat es allerdings eher nach Mexiko-Stadt gezogen. Ziemlich im Landesinneren gelegen herrscht im Sommer ein drückendes, warmes Klima. Allerdings muss man vor allem in den Sommermonaten am Abend mit plötzlichem Starkregen rechnen. Darauf war ich zum Beispiel nicht vorbereitet und bin das ein ums andere Mal komplett durchnässt im Hostel angekommen. Aber neben Sonne und Regen hat Mexiko-Stadt eine ganze Menge zu bieten. Wenn ihr jemanden kennt, der in der Stadt lebt, mobilisiert diesen, damit er euch die Stadt zeigt. So habe ich es gemacht die ersten paar Tage. Wenn man das ruhige Germersheimer Leben gewohnt ist, kann eine mexikanische Großstadt ganz schön überfordern. Die Straßen sind verstopft von Autos, überall möchte einem jemand was verkaufen, gestresste Leute und neugierige Touristen laufen durch die Straßen. Um sich einen kleinen Überblick zu verschaffen, kann man für wenig Geld einen Tag damit verbringen, mit den altbekannten Tourismusbussen durch die Stadt zu fahren. Es gibt drei Routen, die alles abfahren, was man gesehen haben sollte. Ansonsten sollte man bei den Öffentlichen Verkehrsmitteln immer ein bisschen Vorsicht bewahren. Auf keinen Fall sollte man ein Taxi heranwinken und die U-Bahn ist als europäischer Tourist auch kein empfehlenswertes Fortbewegungsmittel. Am besten ruft man sich ein Uber. Die App ist kostenlos und man bestellt sich das Uber dahin wo man möchte. So geht man einem Diebstahl oder anderen gruseligen Begegnungen weitestgehend aus dem Weg. Von einem Freund, der leider weniger gute Erfahrungen gemacht hat, habe ich mir auch sagen lassen, nie mein Handy oder das Portmonee in die Hosentasche zu stecken. Einmal unaufmerksam und schon ist man sein geliebtes Accessoire los. Also am besten einen kleinen Rucksack oder eine Bauchtasche benutzen. Pass, Kreditkarte und weiteres sollte am besten sowieso im Hotel oder Hostel bleiben. Einfach immer genug Bargeld mitnehmen. Alles in allem sollte man sich aber nicht unsicher fühlen. Solange man sich nicht abseits der Touristenpfade bewegt, wird man in der Regel nicht Zeuge eines blutigen Mordes, wie aus einem der blutigen Drogenstreifen aus dem Fernsehen. 

Mein absoluter Lieblingsort in Mexiko-Stadt ist definitiv der Bosque de Chapultepec. Ein riesiger Stadtpark mitten in dem ganzen Chaos. Es gibt dort einen großen See, auf dem man Tretboot fahren kann – allerdings nur mit Schwimmweste, da tatsächlich die meisten Mexikaner nicht schwimmen können. Auch viele der Museen befinden sich im Park. Das Museo de la Antropología ist eines der größten und wichtiges Museen der Stadt. Alles was man über die indigenen Kulturen Mexikos und die Zeit vor der Kolonialisierung wissen sollte findet man hier. Auch das Schloss im Park ist ein Museum. Auf einem Hügel gelegen hat man von hier außerdem einen wunderschönen Blick auf den Paseo de la Reforma, eine der berühmtesten Straßen in Mexiko-Stadt. Weitere Highlights sind der Angel de la Independencia, der eine Kopie der Siegessäule in Berlin ist, das Haus von Frida Kahlo, eine der berühmtesten Künstlerinnen Mexikos, und das Stadtviertel Condes. Eines der schönsten und teuersten der Stadt. 

Aber nicht nur die Stadt hat ihre Sehenswürdigkeiten. Außerhalb gelegen und ungefähr in einer Stunde zu erreichen liegen die Pyramiden von Teotihuacan. Die alte Mayastätte ist ziemlich gut erhalten und neben den zwei Pyramiden kann man auch einige der Häuser und andere Gebäude betrachten. Die zwei großen Tempel sind der Sonne und dem Mond gewidmet. Man kann beide Pyramiden fast bis auf die Spitze erklimmen und hat einen netten Blick über das Gelände. Ihr solltet auf jeden Fall einen Hut oder ähnliches mitnehmen, da es dort keinen Schatten gibt, aber eine ziemliche Hitze wütet. Wie bei den meisten Attraktionen muss man einen kleinen Eintritt bezahlen, der es aber wert ist gezahlt zu werden. 

Ein kleiner Fun-Fakt über Mexiko-Stadt ist, dass die komplette Stadt auf einem See gebaut wurde. Eine Legende besagt, dass die Einheimischen einen Adler auf einem Kaktus gesehen haben, der eine Schlange frisst. Dies deuteten sie als Zeichen der Götter und erbauten ihre Stadt an dieser Stelle. Direkt auf einer Insel in einem See. Mit der Zeit trocknete der See aus und die Stadt wuchs bis heute. Nun steht die Regierung vor dem Problem, dass die Stadt absackt. Tagsüber ist dies nicht ganz so gut zu sehen, stellt man sich allerdings nachts oder im Dunkeln vor die beleuchtete Kathedrale, erkennt man dank des Schattenspiels, dass der eine Turm nach links und der andere nach rechts absackt. Dies ist bei vielen Gebäuden im Zentrum so und gar nicht mal so ungefährlich. Allerdings lässt sich die mexikanische Regierung davon nicht abschrecken und baute kurzerhand auch noch einen neuen Flughafen. Direkt neben dem alten, der ziemlich modern und groß ist. Ein neues Terminal wäre ja zu umständlich gewesen. Das Problem ist allerdings, dass der Flughafen vermutlich niemals genutzt werden kann, da er nach jedem Regen eher an einen Hafen für U-Boote erinnert.

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Heimkehrerblues: Die Herausforderung, sich nach einem Auslandsaufenthalt wieder in seinem Land zurechtzufinden und einzugewöhnen

So mancher Studierende kommt nun in den nächsten Wochen frisch aus dem Auslandssemester zurück, eigentlich voller Vorfreude, endlich die Heimat wieder zu sehen, wo Freunde und Familie sehnsüchtig den Weltenbummler mit all seinen in dieser Zeit gesammelten Geschichten und Erfahrungen erwarten - und fällt dann in ein tiefes Loch. Doch dieses Problem haben viele Heimkehrer.

Unsere Autorin hat sich mit diesem Thema für ihre Bachelorarbeit näher auseinander gesetzt...

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Über den Zusammenhang von Musikalität und Sprachbegabung - Oder: Warum sind eigentlich so viele Germersheimer so unglaublich musikalisch?

„Musik allein ist die Weltsprache und braucht nicht übersetzt zu werden.“

(Berthold Auerbach)

 

Schon der Schriftsteller und Humanist Berthold Auerbach verstand es trefflich, die Bedeutung von Musik für den Menschen in nur einem Satz zusammenzufassen: Musik ist international, interkulturell, allseits verständlich und gehört, so wie Sprache auch, zum menschlichen Lebensumfeld. Und deshalb verwundert es kaum, dass es einem leidenschaftlichen Hobbymusiker wie mir beim musikalischen Aufgebot des FTSK fast schon die Sprache verschlägt.

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Verzweifelt gesucht: Zukunftsstrategie für unseren Fachbereich

 

Vor nicht allzu langer Zeit erschien an dieser Stelle ein Satireartikel mit dem Titel „Quo vadis, FTSK?“, der noch ohne konkreten Anlass darüber witzelte, welche Wege unser Fachbereich wohl künftig einschlagen werde und ob angesichts knapper Kassen nicht beispielsweise die Namensrechte des AudiMax künftig an den gleichnamigen Autohersteller gewinnbringend abgetreten werden könnten.

 

Dass der Spaß meist dann aufhört, wenn Satire von der Realität eingeholt wird, ist seit mehreren Monaten an unserem Fachbereich zu spüren. Denn tatsächlich stellt sich momentan ganz nüchtern die Frage: Wo möchte Germersheim inhaltlich hin, wie macht sich der Fachbereich zukunftsfest und wo sieht er sich zum Beispiel in zehn Jahren? Weitere Fragen schließen sich daran an: Ist das hiesige Lehrangebot noch adäquat für Berufsfelder und Berufsbilder im 21. Jahrhundert? Ist Germersheim – auf ganz verschiedenen Ebenen – noch auf der Höhe der Zeit? Und falls nicht: Welche Konsequenzen würde dies nach sich ziehen?

 

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Fotos von der InterFak 2017

Hier findet ihr endlich die Fotos von der Fotowand! Der dazugehörige Artikel erscheint im kommenden 06|kurier.

 

An dieser Stelle vielen lieben Dank an Doriane Dupont für die tollen Fotos.

Wer Doriane für ein Fotoshooting buchen will oder noch mehr Werke von ihr sehen möchte, kann das hier tun:
http://dorianephotography.raidghost.com/

 

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Was tun, wenn der Abschluss naht?

Über die vergangenen Semester hatten wir eine Beitragsreihe mit Erfahrungsberichten ehemaliger FTSK-Studierender veröffentlicht. Dieses Mal haben wir drei Studierende gefragt, die noch nicht ganz fertig sind mit ihrem Studium, jedoch sehr knapp vor der für viele entscheidenden Frage stehen: Abschluss – und was kommt jetzt?

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Von Geldkürzungen und ansteigenden Beiträgen

Nicht nur das Mensaessen wird jährlich um mindestens 10 Cent teurer, sondern auch der Semesterbeitrag wird regelmäßig erhöht. Zudem steigt der Preis des Semestertickets jährlich an – und parallel der Unmut unter Studierenden. Im späten Herbst wurde zudem eine Debatte um die VG-Wort eröffnet, sodass die Dozierendenschaft den Kursteilnehmern ans Herz legte, noch so viel Online-Literatur wie möglich vor dem 01.01.2017 herunterzuladen. Diese Frist wurde nicht zuletzt mithilfe von Stellungnahmen der Landeshochschulpräsidenten und studentischen Vertreter Deutschlands nun verlängert.

 

Nun kommen Fragen auf, wo die Ursprünge der Entwicklungen liegen. Über diese Themen sind meist nur Mitglieder studentischer Gremien ausreichend informiert und versuchen, ihren Kommilitonen ein wenig Einblick in die Thematik zu verschaffen.

 

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Sommerschule in Yerevan: Armenien nicht nur als Tourist erleben

Ihr habt in den nächsten Semesterferien noch nichts vor? Dann können wir euch wärmstens die Sommer- und Winterschulen des DAAD ans Herz legen - Bewerbungen sind abhängig von der jeweiligen Uni auch jetzt noch möglich!
Was euch erwartet? Unser Autor hat sich im vergangenen Jahr einmal Armenien näher angesehen und verzaubern lassen.

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Abschluss – und dann!? Die Vortragsreihe zum Thema Berufsorientierung geht in die dritte Runde

 

Nicht jeder Germersheimer Student oder Promovend hat kurz vor seinem Abschluss schon eine konkrete Vorstellung davon, wie er die Zukunft nach der Uni gestalten möchte. Welche Möglichkeiten bieten sich mir mit einem Bachelor, Master oder Doktor in Übersetzung? Welche Branchen stehen mir offen? Welche Firmen kommen in Frage? Wie kann ich mir den Alltag in einem Großbetrieb oder das Qualitätsmanagement in Übersetzungsagenturen vorstellen? Und wie sind die Gehaltsaussichten? Was muss ich beachten, wenn ich mich als Freiberufler selbstständig machen will? Und welche Berufszweige in der Sprachenindustrie eröffnen sich mir abseits der bekannten Wege? Denn nicht jeder will seinen Lebtag auch ausschließlich mit Übersetzen oder Dolmetschen verbringen...

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Mitwirken am Fachbereich? Gar nicht so schwierig! Zum Beispiel im FBR.

Jetzt ist es wieder soweit, dass alle eure Stimmen zählen! Nun habt ihr die Möglichkeit, eure Vertreter in den FBR zu wählen. Je mehr Zustimmung die Kandidaten bekommen, desto sicherer können sie sich sein, dass sie tatsächlich für die Mehrheit der Studierenden sprechen. Im Foyer sowie vor dem Sitzungszimmer stellen sich unsere Kandidaten vor.

 

Eure Stimme könnt ihr am 19. Und 20. Januar 2016 von 09:00 – 16:00 Uhr im Sitzungszimmer (R 117) abgeben. Ihr braucht lediglich euren Studierendenausweis.

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Landau Bildungsprotest

Auch Germersheim beobachtet.

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Studium mit Pauken und Trompeten

Wenn man von Fremdsprachen auch nach der Uni noch nicht genug hat, lohnt sich ein Besuch bei der Stadtkapelle Germersheim.

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Ersti-Wochen-Wahnsinn

Auch dieses Semester hieß es wieder: Ersti-Woche! Vom 12.10. bis zum 16.10. war viel los im kleinen Germersheim. Damit ihr euch an das Geschehene auch noch lange erinnert findet ihr hier ein paar Eindrücke der letzten Woche und der ersten von vielen noch kommenden Veranstaltungen:

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