Do

06

Mär

2014

Von Aschenputtel bis Wassermelonenfeld: die Märchenwelt in Germersheim

Es waren einmal in einer kleinen Universität zwei Studentinnen eines Projektmanagement-Kurses. Sie konzipierten eine Idee, die sich nach und nach entwickelte. Es war eine Idee, die nicht nur eine bunte Mischung von Sprachen enthält, sondern auch diverse Kulturen, die der Fachbereich Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz in Germersheim umfasst.

Die Idee war, ein Märchenbuch mit landestypischen Märchen aus der ganzen Welt und deren Übersetzung zu veröffentlichen. Das Buch war als gemeinnütziges Werk gedacht, als Geschenk für Gastredner und Absolventen. Das sogenannte „Projekt Märchenübersetzung“ begann im Wintersemester 2011/12. Es wurde weiter geführt über zwei Sommer und im Januar 2014 mit dem lang ersehnten Druck des Buches beendet.

Der Plan wurde nach viel Organisation in Zusammenarbeit mit verschiedenen Dozenten in Bewegung gesetzt. In zahlreichen Übersetzungskursen waren die Übersetzer über das Märchenprojekt informiert worden, von welchen viel positive Resonanz gegeben wurde. Der Beweis dafür waren die zahlreichen Märchen und die wunderschönen Übersetzungen in neun Sprachen: Arabisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Griechisch, Italienisch, Russisch, Spanisch und Ukrainisch, die in zwei Semestern gesammelt wurden. Dieses Ergebnis war nur möglich dank der großen Unterstützung, Bemühung, und dem Interesse der Studenten und Dozenten. Die Kurse wählten die Märchen selbst aus und übersetzten die Texte auf kindgerechte Weise. Manche Studenten haben auch die Initiative ergriffen, eigene Märchen zu schreiben. Am Ende wurden 13 Märchen ausgewählt und im Buch veröffentlicht.

Darüber hinaus illustrieren Bilder das Buch, die die einzelnen Märchen schmücken. Von Anfang an war entschieden worden, dass die Bilder von Kindern gemalt werden sollten. Es wurden Vorlese- und Malstunden im Universitätskindergarten, in der Eduard-Orth-Grundschule und in der Geschwister-Scholl-Schule in Germersheim sowie mit Kindern aus unserem Bekanntenkreis geplant. Es dauerte einige Zeit, alle diese Märchen vorzulesen. Aber es hat sich gelohnt! All die Kinder, die am Märchenprojekt beteiligt waren, waren nicht nur eine große Hilfe mit fleißigem Malen, sondern auch mit ihren Reaktionen auf die Märchen. Sie waren eine gute Rückmeldung. Das Märchenprojektteam ist den fleißigen Kleinen sehr dankbar, dass sie uns ihr Interesse und ihre Kunstwerke geschenkt haben.

 

Trotz der ganzen Arbeit, Organisation und Mühe, die alle Beteiligten in das Projekt gesteckt haben, blieb es bis zum Ende spannend, ob es erfolgreich abgeschlossen werden würde. Der Grund dafür waren Probleme mit der ursprünglich ausgewählten Druckerei und das fehlende Geld für die Finanzierung des Drucks, das innerhalb von einem Semester eingeholt werden sollte. Mit privaten Spenden, die auf dem Fachschaftsfrühling unter Studenten und Dozenten und anderen Besuchern gesammelt wurden, bekam das Märchenprojekt ein erstes Startkapital. Doch ohne die großzügige finanzielle Unterstützung von weiteren Spendern und Sponsoren hätte das Märchenbuch nie gedruckt werden können. Deshalb möchten wir an dieser Stelle noch einmal ganz besonders dem Freundeskreis FTSK Germersheim e.V., dem Studierendenwerk Vorderpfalz, dem Lions Club Germersheim, der Sparkasse Germersheim-Kandel, der Stadt Germersheim, der Stadtwerke Germersheim GmbH und den privaten Spendern danken. Denn jeder Cent zählte.

 

Wir möchten noch einmal erwähnen, dass ohne Frau Dr. Hagemann und Frau Dr. Neu, die den Projektmanagement-Kurs konzipierten, so ein Projekt gar nicht erst entstanden wäre. Ein ganz herzlicher Dank geht außerdem an Frau Dr. Cnyrim, die den Kurs über zwei Semester leitete und uns besonders in der „heißen Phase“ mit Rat und Tat zur Seite stand. Darüber hinaus gilt der Dank den engagierten Dozenten und Übersetzern, den früheren Projektmanagern, dem AStA am FTSK, der Bereichsbibliothek FTSK Germersheim, Univ. –Prof. Dr. Michael Schreiber, den zahlreichen Prüflesern, Vorlesern und Helfern im Lauf des Märchenprojekts für die tatkräftige Unterstützung. Außerdem möchten wir uns bei der Druckhaus AJSP GmbH in Litauen für die zuverlässige Arbeit und die Geduld bedanken.

Wir freuen uns sehr, dass das Ergebnis der – man kann mittlerweile tatsächlich sagen – mehrjährigen Arbeit da ist: „Von Aschenputtel bis Wassermelonenfeld: Märchen aus aller Welt und ihre Übersetzung“. Wir sind stolz wie frisch gebackene Eltern.

Übrigens: Ein Exemplar des Buches ist in den Präsenzbestand der Bibliothek übergegangen. Dort könnt ihr jederzeit in den Märchen stöbern. Wenn ihr selbst eins haben wollt, müsst ihr euch etwas mehr anstrengen – und als einer der besten Absolventen die Uni verlassen oder als Gastredner wiederkommen. Dann bekommt ihr bestimmt eins geschenkt…

 

 Diana Vega

i. A. des Märchenprojektteams (SoSe13-WiSe13/14)

 

Fotos: Monica Tataru, Carina Garcia, Giulia Richiuso

 

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